Was prägt unser heutiges Wirtschafts- und Gesellschaftssystem – und warum steht es immer wieder
in der Kritik? Seit seinen Anfängen begleitet den Kapitalismus eine Vielzahl von Deutungen und
Gegenbewegungen: von moralischer Empörung über soziale Ungleichheit bis zu grundlegenden Fragen
nach Macht, Eigentum und Gerechtigkeit. Kapitalismuskritik ist so alt wie das System selbst – und
zugleich hochaktuell in Zeiten von Klimakrise, Digitalisierung und globaler Ungleichheit.
In dieser Veranstaltung gehen wir der Entwicklung dieser Kritik nach: Wie wurde der Kapitalismus seit
der Industrialisierung beurteilt – von Marx über Keynes und der Frankfurter Schule bis zu heutigen
Stimmen aus Ökologie, Feminismus und Postwachstumsbewegung? Welche Krisen und
gesellschaftlichen Umbrüche haben sie geprägt, und welche Alternativen oder Reformideen wurden
daraus entwickelt?
Zugleich fragen wir: Warum polarisiert Kapitalismuskritik bis heute? Wie verändern sich Argumente,
wenn ökologische Grenzen, soziale Spaltung und politische Instabilität stärker ins Bewusstsein
rücken? Und was bedeutet all das für unser eigenes Verständnis von Arbeit, Konsum und Wohlstand?
In Gesprächen, kurzen Inputs und Textbeispielen reflektieren wir die Vielschichtigkeit
kapitalismuskritischer Perspektiven – von theoretischer Analyse bis persönlicher Haltung.
Ziel ist es, historische Linien und aktuelle Argumente der Kapitalismuskritik kennenzulernen, deren
Motive zu verstehen und eigene Positionen differenzierter zu entwickeln.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – Neugier auf gesellschaftliche Fragen genügt.
Der Kurs findet ab 1 Personen statt.